Projekt: Vielfalt im Betrieb – Eine Strategie gegen Diskriminierung und für Chancengleichheit

„Entwicklung von Kooperationen/Aufbau von Supportstrukturen mit HESSENCAMPUS Kassel“

Dieses Projekt konnte im Jahr 2020 auch unter Pandemiebedingungen erfolgreich durchgeführt werden. Dank der vom Hessischen Kultusministerium zur Verfügung gestellten Sondermittel im Förderbereich 2 „Entwicklung von Kooperationen / Aufbau von Supportstrukturen mit HESSENCAMPUS“ wurde unter Federführung des Bildungswerks der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) im Lande Hessen e. V. dieses Projekt durchgeführt.

Vielfalt im Betrieb“ orientiert sich definitorisch an der Charta der Vielfalt, dass „wir wirtschaftlich nur erfolgreich sein können, wenn wir die vorhandene Vielfalt erkennen und nutzen. […] Die Vielfalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten eröffnet Chancen für innovative und kreative Lösungen.“ Dazu gehören beispielsweise Lebensalter, Geschlecht, sexuelle Orientierung/Identität, Behinderung (physische und/oder psychische Fähigkeiten), unterschiedliche Religionen und Weltanschauungen. Aber auch soziale Lage/Herkunft, Qualifikation, Lebensformen und -entwürfe, die unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnisse bzw. Positionen und Rollen, in denen die Beschäftigten tätig sind. Vielfalt ist als grundlegender Wert für unsere Gesellschaft und für Betriebe auch in vielen gesetzlichen Regelungen verankert. Zu nennen sind
hier u. a. das Grundgesetz (GG), das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) oder das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG).

Dieses Thema haben wir für den Bereich Betrieb und Arbeitswelt in diesem Projekt „Vielfalt im Betrieb – Eine Strategie gegen Diskriminierung und für Chancengleichheit“ bearbeitet. Am ersten Weiterbildungstag erläuterte der renommierte Sachverständige Andreas Merx von pro diversity und Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Diversity (idm) das Konzept von Vielfalt und Diversity. Er informierte über verschiedene Strategien, Begründungen, Umsetzungsbeispiele und Anwendungsmöglichkeiten auf den eigenen Betrieb. An zwei Praxisbeispielen wurden die theoretischen Grundlagen des Vortrags von Andreas Merx illustriert und die Referentinnen sensibilisierten die Teilnehmer*innen für Instrumente der Förderung und Gestaltung von Vielfalt. Den Auftakt für die Präsentation der Praxisbeispiele machte Frau Dr. Sange Addison-Agyei vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI). Sie skizzierte die Grundlagen des „Erfolgsfaktors Vielfalt“, der einen Mehrwert nicht nur für den öffentlichen
Dienst darstellt. Sie stellte Umsetzungsbeispiele in der hessischen Landesverwaltung dar und diskutierte sie mit den Teilnehmer*innen. Für den Bereich der Privatwirtschaft berichtete Dagmar Krauße vom Kasseler Unternehmen wintershall/dea unter dem Motto „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“ über die Toleranzinitiative für Kassel und Nordhessen.

Außerdem gab sie einen Einblick in die Praxis eines großen und international agierenden Unternehmens und konnte Umsetzungsideen mit den Teilnehmer*innen diskutieren. Beim zweiten Weiterbildungstag starteten wir mit einem Vortrag von Andreas Merx über die theoretischen Grundlagen der (unbewussten) Vorurteilsbildung. Im Anschluss wurden Konzepte und Bildungsmaßnahmen gegen Diskriminierung und Rassismus vorgestellt und anhand von Beispielen für die Verletzung von grundlegenden Verhaltensregeln an den Beispielen sexistische Bemerkungen, Ungleichbehandlung, Diskriminierung und Rassismus bearbeitet. Ergänzend wurde in Breakout Rooms reflektiert und diskutiert, wie Bürger*innen und Beschäftigte diese im beruflichen Alltag erkennen, thematisieren und unterbinden können. Ein weiterer Schwerpunkt waren Informationen und Übungen zu Beispielen aus der Praxis, wie bei frauenverachtenden und/oder rassistischen Vorurteilen und Diskriminierungen zu engagieren ist. Integraler Bestandteil waren Übungen zur Selbstreflexion eigener  Vorurteile. Diese Veranstaltung war von intensiven Austauschphasen und Reflexionsphasen bestimmt und stärkte die Wahrnehmungs-, Kritik und
Handlungsfähigkeiten der Teilnehmer*innen.

Bei beiden Veranstaltungen wurden wir von Viola Becker von der Bildungsakademie des Landessportbundes Hessen e. V. mit Einheiten zum Thema
Vielfalt in Bewegung“ unterstützt.

Frankfurt/Kassel, im April 2021

HC Dokumentation Diversity 2020

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