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UNESCO-Weltbildungsbericht 2019 ist dieser Tage in Berlin vorgestellt worden

Unter dem Titel „Migration, Flucht und Bildung: Brücken bauen statt Mauern“ stellte Audrey Azoulay, Generaldirektorin der UN-Bildungsorganisation UNESO, die Ergebnisse des jährlichen Berichtes vor, der sich in diesem Jahr mit dem Thema Migration und Flucht sowie den Chancen und Erfolgen in den jeweiligen Bildungssystemen der Staaten auseinandersetzt.
 
Dabei wird Deutschland durchaus gelobt für die vielfältigen Maßnahmen bei der Integration von Geflüchteten und MigrantInnen, dennoch gäbe es Verbesserungsbedarf bei der Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem.
 
Jeder 8.Mensch ist ein Binnenflüchtling, das sind Menschen die innerhalb eines Landes umsiedeln mußten und kaum Mittel und Möglichkeiten haben ausserhalb des Landes zu gehen. Sie landen in Slums der großen Städte, mit schlechtem Zugang zu sauberen Wasser und Sanitäranlagen, ausreichender Nahrung und Gesundheitsfürsorge geschweige denn zu entsprechender Bildung. 258 Millionen Menschen sind im Jahre 2017 auf der Suche nach besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen in andere Länder migriert. Die Gründe sind vielfältig und bekannt: Es sind nicht nur politische sondern auch zunehmend ökologische und ökonomische.
 
Vor allem viele Kinder und Jugendliche sind unter den Flüchtlingen, die als Schüler und Schülerinnen in die Bildungssysteme aufgenommen werden müssen. Dies bedeutet Veränderung und andere Herangehensweisen. In diesem Zusammenhang „Bildung neu zu denken“ ist eine Herausforderung für alle Seiten: LehrerInnen, SchülerInnen, Behörden, Gesellschaft und Politik.
 
Deshalb fordert das Autorenteam des UNESCO-Weltbildungsberichts:
1.    den Schutz des Rechts auf Bildung von MigrantInnen und Geflüchteten zu gewährleisten
2.    die Einbindung von MigrantInnen und Geflüchteten in nationale Bildungssysteme zu sichern
3.    die Bildungsbedürfnisse von MigrantInnen und Geflüchteten zu verstehen und einzuplanen
4.    Migration und Flucht im Unterricht zu thematisieren, um Vorurteile abzubauen
5.    Lehrkräfte von MigrantInnen und Gefüchteten auf Diversität vorzubereiten
6.    das Potential von MigrantInnen und Gefüchteten zu nutzen
7.    Bildung von MigrantInnen und Geflüchteten in der humanitären und Entwicklungshilfe zu unterstützen
 
Geleitet von der Umsetzung des globalen Nachhaltigkeitszieles Nr 4, „bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sicherzustellen“, sollten alle Anstrengungen darauf hinzielen, dass viele Brücken und keine neuen Mauern in der Bildungslandschaft gebaut werden. 
 
Eine deutsche Kurzfassung des Weltbildungsberichtes findet man hier

(Peter Kümmel (Temander, ver.di BW Hessen))

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