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Berufliche Vorsätze für 2018 auch Vorsätze für die Weitbildung?

Ein Kommetar von Peter Kümmel und C. Arthur Groth

SPIEGEL ONLINE hat Ende des Jahres 2017 einen Bericht zu einer Umfrage unter dem Titel „Berufliche Vorsätze für 2018“ des Personaldienstleisters Manpower veröffentlicht. Natürlich war mehr Geld eines der Hauptthemen, die Arbeitnehmer*innen beschäftigt. Hier scheint die Enthaltsamkeit und Zurückhaltung der vergangenen Jahre vorüber zu sein. Die Hälfte der Befragten wollen nicht nur mehr Geld für Ihre Arbeit, sondern auch die Wertschätzung ihrer Arbeit deutlich mehr berücksichtigt sehen.

Eine bessere Einteilung der Arbeitszeit und flexiblere Modelle sind bei Arbeitnehmer*innen weiterhin gefragt. Ein Drittel der Befragten aus besagter Umfrage wünschen sich ein ausgeglicheneres Verhältnis zwischen Freizeit und Arbeit und mehr Selbstbestimmung. Hier scheint sich ein Trend zu verstetigen, der zu einer weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeit führt. Zugleich scheinen die Warnungen, die von gewerkschaftlicher Seite immer wieder thematisiert worden sind, in den Köpfen der Arbeitnehmer*innen Teilweise Einzug gehalten haben. Zumindest in den Wünschen der Beschäftigten.

Eine Zahl aus dieser repräsentativen Umfrage hat uns ganz besonders überrascht. In dem Artikel von SPIEGEL ONLINE wird nur sehr beiläufig auf die 6% der Befragten eingegangen, die sich im kommenden Jahr vorgenommen haben, Bildungsurlaub zu nehmen. Setzt man diese 6 Prozent jedoch in die „richtige“ Relation, erzeugt sich ein ganz anderes Bild. Denn wenn nur die Hälfte der Befragten ein solches Weiterbildungsangebot wahrnehmen würde, wäre das mehr als eine Verdreifachung des prozentualen Anteils der Beschäftigten, die diesen gesetzlichen Anspruch in Hessen überhaupt verwirklichen (momentan bei circa 0,5% der Beschäftigten). Das würde uns als Träger mit den Schwerpunkten der politischen und beruflichen Weiterbildung freuen und zugleich aufzeigen, wie wichtig die Arbeit in der Weiterbildung ist. Neben möglichen Teilzeitmodellen oder Lohnsteigerungen wird das Feld der Weiterbildung noch immer ein wenig vernachlässigt. Dabei zeigen die strukturellen Veränderungen der Arbeitswelt auf, wie wichtig die persönliche und eigenständige Bildung ist. Hier gilt es den Bildungsurlaub als Möglichkeit in den Köpfen der Arbeitnehmer*innen zu verankern. Mit der Teilnahme an Bildungsurlauben bieten sich den Beschäftigten die Möglichkeit eine Vielzahl an Kompetenzen zu erwerben, die sich dann auch bei Lohnforderungen oder flexibleren Arbeitszeitmodellen bemerkbar machen können.

Alles Themen, mit denen wir uns in der Veränderung der Arbeitswelt schon sehr lange auseinandersetzen, sie in unseren Seminare aufgreifen und Handlungsoptionen erarbeiten, um diese Wünsche auch Realität werden zu lassen.




(Peter Kümmel, C. Arthur Groth)

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